Bericht über das Inline Camp Sardinia 2006
Susanne und ich sind wieder heile in Göttingen angekommen.
Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei euch für die unvergessliche Woche bedanken.
Als quasi "Skate-Neulinge" wussten wir vorher nicht so recht, was uns erwarten würde. Was wir erlebt haben, war aber allererste Sahne.
Neben dem tollen Wetter ist vor allem die professionelle Organisation zu nennen. Ihr habt auch wirklich an jede Kleinigkeit (Fackelabfahrt, DVD, sardischer Abend, T-Shirt, Getränkeversorgung, Spiegelbus, Bustransfer usw.) gedacht, die den besonderen Reiz ausgemacht haben.
Außerdem haben wir nur nette Leute kennengelernt. 7 Tage mit 60 Leuten ohne Streitigkeiten - das ist schon überragend. Da verkraftet man die körperlichen Anstrengungen umso besser.
Ich wünsche euch, dass die noch ausstehenden Trainingslager ebenso erfolgreich verlaufen werden.
Bis bald mal wieder
Martin und Susanne
Wer träumt nicht nach 3 Monaten Winterwetter vom Skaten in der Sonne? Ein Bericht von Jona Fuchs von Speedlager.de
Bericht von Marcel von Olnhausen
Wieder einmal ging es für mich im März nach Sardinien zum Trainingslager der Experts in Speed. Wie fast jedes Jahr hatte ich im Winter kaum trainiert und hoffte, die Defizite in Sardinien ein wenig verringern zu können. Aber: "Ein Trainingscamp ersetzt kein Wintertraining!", sodass ich gespannt war, wie ich die Woche überstehen werde.
Schon am Samstagabend fuhr ich nach Hahn, um dort im Intercity Hotel (auf dem Flughafengelände) zu übernachten und nicht schon am frühesten Sonntagmorgen anreisen zu müssen (das Auto konnte übrigens kostenlos auf den Hotel-Parkplatz geparkt werden).
Auf dem Flughafen trafen sich dann am Sonntag viele altbekannte "Wiederholungstäter", aber es mischten sich natürlich auch ein paar "Neulinge" unter das Skatervolk.
Dass es bei Ryanair jedes Jahr Überraschungen gibt, ist keine Neuigkeit mehr. Dieses Mal durften wir wieder einmal nach Olbia fliegen (auch unser Rückflug ging nicht von Alghero aus), da der Flughafen Alghero komplett neu asphaltiert wird. Wir wurden dann vom Flughafen Olbia mit dem Ryanair-Shuttle nach Alghero gefahren, von wo aus wir anschließend ins Hotel Capo Caccia gebracht wurden. Leider meinte es das Wetter nicht allzu gut mit uns, denn der Himmel war wolkenverhangen und es deutete sich Regen für den Nachmittag an.
Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten (dieses Mal mit Meerblick), ging es gleich zum Mittagessen. Nach der Begrüßung durch Sebastian und der Vorstellung der Teamer wurden die Gruppen eingeteilt. Judith, Dörthe und ich kamen zu Rune in die Gruppe, mit dem wir daraufhin im Regen das Abfahren und Bremsen am Berg auf feuchter und glitschiger Fahrbahn trainierten.
Am Montag waren Abschwingen, Abdruck und vor allem das Testen der Grenzen angesagt, wobei Rune vor allem großen Wert auf die Hüfte legte - schließlich geht ohne deren richtigen Einsatz nichts. Am Nachmittag stand die erste Videoanalyse hinter dem Spiegelwagen auf dem Programm, die jedoch für jeden Einzelnen nur ca. 10 Sekunden dauerte. Anschließend skateten wir noch locker und verbesserten erneut das Abschwingen. Am Abend wurden die kurzen Skate-Phasen hinter dem Sprinter von Sebastian analysiert und korrigiert. Das alberne Reinhold-Helge-Spiel und die Katze Orang-Utan Klaus sorgten erst für allgemeine Verwirrung, dann aber doch für große Belustigung.
Der Dienstag brachte uns Sonnenschein, den wir auf der Bahn in Sassari genießen durften. Das Hauptaugenmerk lag auf Kurven-, Gruppenfahren, richtigen Hüfteinsatz (was auch sonst!) und den Abdruck. Nach dem Mittagessen begaben sich die Gruppen auf ihre erste richtige Ausfahrt in Richtung Palmadula. Quer durch das Hobbit-Land ging es die Anstiege hoch, um daraufhin die rasanten Abfahrten genießen zu können. Highlight für mich war die 180-Grad-Kurve, in der ich meine Grenzen im Anschluss an eine Abfahrt bis zum Maximum ausreizte.
Am Abend referierte Triathlet Marcel Obersteller über Training und Regeneration (Denkt daran: "Wenn du den Zweiten überholst, bist du noch lange nicht Erster!"). Nach dem Vortrag erhielt Teamer und Tänzer Joachim auf der Spontanparty Bestnoten.
Statt des Ausfluges nach Villanova wurde der freie Tag aufgrund des schlechten Wetters von Donnerstag auf Mittwoch vorgezogen. Wieder einmal stand der Besuch des Marktes mit intensiven Salsiccia- und Käseverköstigungen, Cafébesuchen oder Stadtführung mit Luis an. Abends hatten die Teilnehmer die Wahl zwischen Salsa-Kurs mit Marcel Obersteller oder Fußball-Länderspiel Deutschland - USA.
Am Donnerstagvormittag trainierten wir wieder das Bergabfahren mit Abschwingen etc., ehe es nach dem Mittagessen mit den Bussen Richtung Villanova ging. Nach langer (und dadurch für einige quälender) Fahrt inkl. Buswechsel kamen wir relativ spät am Fuße des Anstieges an. In konstantem Tempo skateten wir in einer kleineren Gruppe den Berg hinauf, um dann in die lange Abfahrt gehen zu können. Anfangs wendeten wir hier noch die gelernte Abschwingtechnik an, um dann doch die letzten Kilometer im Schuss ins Tal zu schießen.
Als Belohnung fand für alle der sardische Abend mit sardischer Küche (Salsiccia, Peccorino, Pasta, Spanferkel, Gemüse) und Musik statt. Joachim legte noch einen heißen Tanz auf dem Tisch hin, was die Stimmung zum Überkochen brachte. Nach "Schnappt Shorty" im Bus kamen wir müde um 23:30 Uhr im Hotel an.
"Auf zur Kartbahn" hieß es am Freitag. Leider fing es nach dem Aufwärmprogramm an zu regnen, was uns aber nicht davon abhielt, an unserem Abdruck und dem richtigen Hüfteinsatz auf der nassen und glitschigen Piste zu feilen. Nachmittags rief Sebastian die einzelnen Gruppen zur zweiten Videoanalyse am Porto Conte. Dieses Mal skateten wir 90 Sekunden am Stück hinter dem Spiegelbus und der Videokamera und wurden dabei live von ihm korrigiert.
Wie jedes Jahr ging es am letzten Tag ca. 70 Kilometer nach Stintino. Der Wettergott hatte ein Einsehen und bescherte uns den ganzen Tag über schönes Wetter. Zuerst ging es mehrere Kilometer über den "Sahneasphalt mit Krokant" bis wir nach dem Hobbit-Land an der Picknick-Stelle ankamen, wo wir die heiße Mittagssonne genießen konnten. Nach der Mittagspause ging es hinter Rune mit Gegenwind aber hoher Geschwindigkeit auf die letzten Kilometer zum Strand, wo es sich wieder einige nicht nehmen ließen, im kalten Meer zu baden.
Wieder zurück im Hotel mussten die meisten schon wieder ihre Koffer packen, da es am nächsten Morgen um halb 5 (Sommerzeit) mit dem Bus zum Flughafen nach Olbia ging.
Da Judith, René und ich einen Tag länger gebucht hatten, konnten wir ausschlafen, uns an den Pool legen und relaxen. Leider wurde ich am späten Nachmittag "gezwungen", nochmals die Tour vom Capo Caccia zum Porto Conte und zurück zu skaten, um den letzten Tag und die Insel so richtig (aber so was von richtig) auszunutzen. Dann aber waren auch wir mit dem Kofferpacken an der Reihe. Mit der Foto-CD inkl. der beiden Videoanalysen im Gepäck wurden wir von Marie am frühen Montagmorgen nach Olbia chauffiert, um von dort aus wieder in die Heimat und den Alltag zurückzukehren.
Wie jedes Jahr haben wir auch dieses Mal viel gelernt (v.a. Hüfteinsatz, Abdruck etc.), viel gegessen und getrunken, aber natürlich auch viel gelacht. Ich habe die Woche ohne Probleme überstanden, was ich vorher nicht unbedingt so erwartet habe.
Vielen Dank an alle Organisatoren, Teamer und Gruppenkollegen (die Gruppe mit Rune, der jetzt längere Haare hat, funktionierte wunderbar), mit denen ich eine tolle Woche auf dem
wunderschönen Sardinien verbringen durfte.
Ausführlicher Bericht von Janina über Sardinien 2006
Speed Team Alzenau
Freitag, 10-3-2006 Anreisetag
Ausschlafen bis 9:30, das fing doch schon mal ganz gut an, oder??? Aber so relaxed sollten die kommenden Stunden, nicht bleiben. Nach einem etwas mageren Frühstück (Mein Dad war mir zuvor gekommen und hatte das ganze Brotaufgegessen) bestehend aus einer Banane, machten sich mein Vater und ich auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen. Zu allem Überfluss, konnte ich mich in Sachen selbst Autofahren nicht durchsetzen, und so chauffierte mein Dad mich zum Treffpunkt, was mir wenige Minuten später noch zum Verhängnis werden sollte. Tatsächlich brachte es mein Vater nach nur 15 min Autofahrt fertig, an der einzigen wichtigen Ausfahrt vorbeizufahren! Es dauerte nicht lange und wir waren wieder ziemlich erfolgreich auf der A3 Richtung Köln unterwegs. Völlig ungebremst nahm nein Dad die nächste Ausfahrt, die allerdings direkt auf die A66 Richtung Mainz führte, doch noch auf der Auffahrt konnte ich meinen Vater irgendwie dazu bewegen, Richtung Kelsterbach zu fahren. So rollten wir nun auf einer zweispurigen Straße parallel zur Autobahn ohne Wendemöglichkeit Richtung Kelsterbach. Als dann eine weitere Abfahrt kam, verpasste diese mein Vater wieder, und anstatt unter der Autobahnbrücke durch zu fahren, um dann wieder auf die Autobahn zu kommen, steuerte mein Vater ungehalten und stur Richtung Kelsterbach Stadtmitte erneut auf einer zweispurigen Straße ohne Wendemöglichkeit. Und je Länger wir im unbekannten Kelsterbach herum irrten, desto mehr Schweißperlen fanden sich auf meiner Stirn, und desto unruhiger wurde ich. Nach einer Weile hatte endlich die Leitblanke auf der Fahrbahnmitte ein Ende, und man konnte wenden. Die Fahrbahnlinie war zwar weiterhin durchgezogen, und die Fahrbahn zweispurig, doch ich wurde mit der Zeit so giftig, dass ich es tatsächlich fertig brachte, meinen Vater dazu zu bewegen, einen U-Turn durchzuführen. Ab nun gab ich meinen Vater den Tipp sich in Sachen Richtungsentscheidungen entgültig herauszuhalten, und mir die Fahrspurwahl zu überlassen. Tatsächlich rollten wir zurück zur Autobahn und verpassten diesmal nicht die richtige Ausfahrt.
Sobald wir uns auf dem Flughafengelände befanden, dauerte es nicht lange und wir verfuhren uns wieder! So pendelten wir zwischen Cargo Center und Terminal 2 hin und her. Mein Vater hörte überhaupt nicht mehr auf mich, und weigerte sich strikt - auf meinen Wunsch hin - in ein Parkhaus zu fahren, um mich dort hinaus zu lassen. Ich gab ihm sogar 10 Euro fürs Parken, doch sein Ego war in diesem Moment unbestechlich! Obwohl, das Geld habe ich bis heute nicht mehr gesehen….Hm, das sollte zu bedenken geben. (Ihr solltet wissen, das mein Vater ein sehr korrekter Mensch ist! Deshalb musste er mich unbedingt bis vor das Terminal fahren, damit ich auch ja keinen weiten Weg habe. Das die Zeit allerdings nun mal überhaupt nicht mehr ausreichte, schien ihm egal) Irgendwann verlor ich dann die Nerven und zwang meinen Vater mitten auf der Straße anzuhalten. Ich zerrte meinen Koffer aus dem Auto und lief ich stark gereizt mit einer kurzen Verabschiedung demonstrativ quer über eine zweispurige Straße ohne Gehsteig, durch irgendwelche Häuserschluchten intuitiv Richtung Terminal 1. Einen kurzen Blick auf die Uhr veranlasste mich dann Gas zu geben, da mein Zug binnen 10min, auch schon los fahren sollte. Einen Zahn zulegend rannte ich durch den Flughafen in die Gangway zum Bahnhof, um wenige Minuten später völlig entkräftet und aus der Puste, bei meinen Teamkollegen einzutreffen. (Was für Vorraussetzungen für eine Woche Trainingscamp mit zwei Trainingseinheiten pro Tag, na dass sollte noch was werden! ) Für ein kleines Gruppenfoto auf dem Bahnhof hatte es dann doch noch gelangt, und so ging es auch schon ab in den Zug, der kurze Zeit später gemächlich vom Gleis Richtung München rollte.
Die Zugfahrt ging zu meiner Überraschung recht geschmeidig vorüber! Schon nach den ersten Minuten hatten sich die Vegetarier geoutet, und Charly verteilte großzügig Sellerie (Es war doch Sellerie, oder??) an die Runde.
Die meisten von uns fünfen (Charly, Uta, Anja, Kersten und ich) waren dann für den Rest der Fahrt noch damit beschäftigt, das Gewicht des Handgepäcks zu reduzieren, und aßen fleißig mitgebrachte Brote, Gebäck und Süßes!
(Diente der Vorbereitung auf das Tort-O-Meter…). Nach ca. 4h ruhiger Zugfahrt erreichten wir dann auch schon den Münchner Hauptbahnhof, wo uns Sven freudig erwartete. Im lockeren Tempo ging es anschließend zur S-Bahn Richtung Münchner Flughafen. Zu meiner Überraschung dauerte die Fahrt etwas mehr als 45Min! Am Flughafen angekommen, hatten wir noch 3h Zeit bis der Flieger uns ins sonnige Sardinien bringen sollte! Der dämliche HLX- Schalter hatte natürlich noch nicht offen, und so zogen wir mit unserem Gepäck über den Flughafen zur nächsten Toilette und dann in ein Café. Charly war zwischenzeitlich mal verschollen, da er sich mit einem anderen Skater verquatschte, aber ich sollte ihm im Laufe der Woche in Sachen Zutexten noch eine große Konkurrenz werden! Nach unserem Aufenthalt im Café ging es dann noch mal schnell zum Edeka und in die Apotheke wo wir auf Alexander (leider immer noch krank!) und Annkathrin trafen. Gemeinsam zogen wir los zum einzuchecken. Zu meinem Glück wurde das Handgepäck nicht gewogen, und mein Koffer lag mit 18,5Kg auch ganz im Soll! (Na da hatten sich die drei Tage packen ja gelohnt!!) Uta musste zu unserer Überraschung ihren Koffer öffnen und wurde nach einer kurzen Durchsuchung um ihr WD-40 erleichtert! So was?!
Gott sei Dank meinte es unser Wettergott gut mit uns auf Sardinien und ließ es nicht regnen! Mein WD-40 ging überraschender Weise durch die Kontrolle, dafür wurde ich beim Hanggepäckscheck um eine Schere leichter, die ich dummerweise vergessen hatte aus dem Erste-Hilfe-Päckchen zu räumen…Ach und meine OP Klemme wollte die Dame vom Zoll auch behalten! Sie dachte erst es wäre eine Schere und zerrte etwas ungeschickt daran rum! Ich glaube wenn Kersten nicht dazwischen gegangen wäre, hatte es die Zollbeamtin aller Wahrscheinlichkeit fertig gebracht diese Klemme in Zwei zu teilen! Tja, das Ding jedenfalls ging nicht als Waffe durch!!!!! Hä? Also wenn ich jemand damit zwischen die Rippen steche oder einen Hieb in den Bauch versetze, dann bin ich doch durchaus in der Lage diesen unter die Erde zu befördern, oder?? , aber na gut, verstehen muss die Zollbeamten ja keiner! Hinter der Sicherheitskontrolle trafen wir zu guter letzt noch auf Peter. Nach einer halben Stunde Wartezeit ging es dann endlich in den Flieger Richtung Sonne!!!!!!!!! Während sich der Start noch recht angenehm anfühlte, brachte es bei unserer Landung wohl nur noch Alexander zu einem Lächeln!! Während des Fluges, passierten wir ein kräftiges Gewitter, welches uns bei der Landung noch richtig durchrütteln sollte. Als es dann so weit war, glaubte ich nicht mehr wirklich ein entspanntes Hinuntergleiten! Gut dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine war! Ein kurzer Blick zur kreidebleichen Uta, sprach Bände! Während ich damit beschäftigt war NICHT ans Essen zu denken, schien Uta bereits ihr Testament zu formulieren! Mehr schräg als gerade setzte unser Vogel dann endlich auf sardinischen Boden auf und bremste in Schlangenlinien bis zum Stillstand. Ich wollte in diesem Moment nur noch raus! Gott sei Dank dauerte das Aussteigen auch nicht all zu lange! Nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit, wurden wir von einem Expert-Coach abgeholt, und in einem kleinen Sprinter donnerten wir in 1,5h über die sardinischen Straßen Richtung Capo Caccia.
Ich glaube als wir das Hotel erreichten war es schon nach 22:00Uhr, doch der Rest unserer Alzenau-Truppe war noch komplett wach und begrüßte uns ganz herzlich!!!!!!!! Unten in der Bar wurden schnell schon die ersten Neuigkeiten ausgetauscht, allen voran der caotische Flug, der bei der Kölner Reisetruppe mit einem zweiten Landeanflug noch ein stück weit spektakulärer erschien! Gott sei Dank saß unsere arme Uta nicht in diesem Flieger!!!!!
Es dauerte nicht besonders lange bis das Buffet geplündert wurde! Ich glaube ich hatte an diesem Abend schon eine drei auf dem Tort-O-Meter…., so gut war der Nachtisch! Aber auch das sollte am nächsten Tag noch überboten werden!
Auf dem Zimmer lernte ich noch Gabi kennen! Da ich keinen Teamkollegen als Zimmerpartner hatte, musste ich mit einer mir nicht bekannten Dame vorlieb nehmen, aber das war wirklich absolut kein Problem, denn nachdem Gabi und ich herausgefunden hatten, dass wir beide Krankenschwestern waren, hatten wir ein gemeinsames Gesprächsthema, welches das Kennenlernen dann nicht all zu schwer gestaltete! Eigentlich hätten wir an unserer Zimmertür ein rotes Kreuz anbringen sollen! Gott sei Dank wurde unserer Hilfe in dieser Woche nicht all zu oft in Anspruch genommen!
Irgendwann so gegen 2:00Uhr nachts schlief ich dann endlich frierend ( Das gesamte Hotel war um diese Jahreszeit noch nicht beheizt!!) bei klappernden Fenstern und Rollläden ziemlich erschöpft ein!
Samstag 11-3-2006 Sturmerprobt!
Der erste sardinische Morgen fing äußerst stürmig an! Nach dem Frühstück, das für mich doch sehr üppig ausfiel (4Crossaints und 2Brötchen mit Honig) ging es mit vollem Bauch dann auf den Hotelparkplatz zum Sprungkrafttraining. Aufgrund etwaiger Strumböhen und teils noch nassen Straßen war es uns an diesem Morgen versagt auf den Skates durch die herrliche Landschaft zu rollen! Schade!
Nach einer halben Stunde aufwärmen (ich war schon fix und fertig) ging es zu den speziellen Skateübungen, die ich dank häuslichen Trainings fast alle schon kannte, und dadurch auch noch einiger maßen fit war. Nach einer dreiviertel Stunde wurde das große Feld dann in zwei Trainingsgruppen aufgeteilt um mit den Übungen fortzufahren bzw. diese auszubauen. Ich glaubte ein Großteil unserer Teamer in der etwas einfacheren Gruppe vorzufinden, oder?! War ja auch verständlich, nach 13h Anreise und einem vollgefressenen Frühstücksbauch….! Nach einer weiteren halben Stunde wurden wir endlich erlöst!! Oh oh, da kündigte sich für den nächsten Tag ein heftiger Muskelkater an!!
Während dieser Trainingsübungen fegte der Wind uns unaufhaltsam um die Ohren, und spätestens nach 10 minütigen Aufenthalt auf dem Parkplatz sah auch ich skatebegeisertes Wesen ein, dass man bei solchen Sturmböhen sich besser für ein Krafttraining entscheidet, wobei auch hier die Gefahr bestand von Winde verweht zu werden…! Ach und was waren die Teamer ja so lieb zu mir! Alle mit einem Gewicht unter 50KG sollten Ausgangsverbot bekommen, klar das da der Blick erst mal auf mich fiel!? Aber es kam ja noch besser! Ich weiß nicht mehr von wem die Idee kam, war es Kersten oder Charly, irgendeiner von beiden wollte mit mir noch Drachensteigen gehen, aber nicht so wie ihr denkt, denn ich sollte als Drachen dienen!!!!!!!!! An einer Kordel angebunden sollte ich einen Abgang in die Lüfte machen, aber ihr könnt mir glauben, diese verrückte Idee konnten sich die lieben Teamer schnellstens aus dem Kopf schlagen!! Ich als Drache, ph! Ich blieb wenigstens mit beiden Füßen noch auf dem Boden, während es bei der mittaglichen Ausfahrt die Briten ins Grünzeug wehte!
Nach dem Kraftraining ging es wieder zurück ins kalte Zimmer, umziehen für das Mittagessen, bei dem ich wieder mit einer vier auf dem Tort-O-Meter das Nachtischbuffet plünderte! Dazu noch einen Salat und ein Hauptgericht, und ich war mal wieder für den Rest des Tages bestens gerüstet!!
Am Nachmittag ging es dann auf die Autobahn zur Videoanalyse. Die Gruppeneinteilung gestaltete sich als äußerst caotisch, und ein geschmeidiges Fahren in der Gruppe war bei vielen leider nicht möglich. Ich landete zusammen mit Kersten und Anja in einer Gruppe mit einem Haufen verrückten Briten und ein paar vereinzelten Skatern, die noch nicht mal im Stande waren ein paar Hütchen zu umfahren. So manch einer wunderte sich nicht zu unrecht, wie bei solchen Fahrunsicherheiten Zeiten von 1h30 auf dem Marathon herauskommen sollten….?! Wir drei Alzenauer machten das Beste aus diesem Training und setzten uns gekonnt an die Spitze des Zuges. Schon nach wenigen Minuten gleiteten wir geschmeidig über den herrlichen Asphalt! Tja was soll man dazu sagen?! Wir sind eben ein super eingespieltes Team! Die Videoanalyse vor dem Spiegelwagen war eine Sensation für mich. Es ist phantastisch sich skaten zu sehen. Ich lerne so viel besser, als wenn mir jemand versucht meine Fehler zu beschreiben, weil ich hier sehr gut erkennen konnte was denn wirklich falsch ist! Am liebsten wäre ich den ganzen Tag hinter dem Auto hergefahren, aber schon nach wenigen Minuten musste ich den herrlichen Platz hinter dem Spiegelwagen an den nächsten Skater abtreten.
Auch diese zwei Stunden gingen mal wieder viel zu schnell vorüber und ehe ich mich versah ging es schon wieder zurück ins Hotel , wo das leckere Abendessen bereits auf uns wartete. Das Tort-O-Meter lag an diesem Abend mal wieder auf bei einer konstanten 4, und ich ließ zum ersten (und ganz bestimmt auch NICHT zum letzten Mal) zu Gunsten des Nachtisches das kohlenhydratreiche Hauptgericht sausen...Wer zum Teufel braucht auch schon Kohlenhydrate?! Nach dem Essen ging es recht flott auch schon zur Videoanalyse in den kleinen hoteleigenen Konferenzsaal. Da wir Alzenauer erst sehr spät an der Reihe waren, setzten wir uns gemeinsam in die Bar und quatschten noch ein wenig. Gegen 22:30 war dann auch endlich Kersten (die arme Sau ) mit der Videovorführung an der Reihe. Nur ein paar wenige standfeste Alzenauer blieben aus Solarität noch auf und warteten.
Gegen 23:00 schleppte ich mich recht müde in mein immer noch kaltes! Zimmer und viel kurz darauf bei weiterhin klappernden Fensterläden in einen erschöpfenden Schlaf. Gabi die Glückliche, war bereits in der ersten Gruppe bei der Analyse dabei, und schlief schon tief und fest.
Sonntag, 12-3-2006 Die Erfindung des Klingeltons
7:15 Der Wecker klingelt. Zum ersten Mal in meinem Leben hätte ich ihn aus dem Fenster werfen können! Meine Beine fühlten sich bereits am zweiten Tag wie Blei an! Na das sollte noch was werden! Am meisten wunderte mich jedoch, dass Gabi immer noch so eine Frohnatur war und ständig lächelte. Mir fiel dies an jenem kalten Morgen jedoch äußerst schwer! Das Wetter war an heute noch nicht die Welt, und die Straßen unter den Bäumen schimmerten noch teilweise nass in der mageren Sonne! Ich ertränkte meine Enttäuschung in 5 Croissants und 2 Honigbrötchen in der Hoffnung, dass diese Maßnahme meine Stimmung hob! Irgendwie hatte ich mir den Urlaub etwas anders vorgestellt!
Erst die unglückliche Anreise, dann der Fehlgriff mit den Gruppen auf der Autobahn gestern, die permanente Kälte und jetzt auch noch teilweise nasse Straßen, und richtige Sturmböen ! Nach dem Frühstück ging es relativ zügig mit dem Bus nach Sassari auf die Bahn. Dort angekommen war tatsächlich alles nass, und ich bereute es bereits, nicht noch mehr Croissants gegessen zu haben. Gott sei Dank (so muss man in dieser Situation sagen!) wehte auch heute wieder ein kräftiger Wind, und pünktlich nach einer halben Stunde aufwärmen war tatsächlich die Bahn abgetrocknet und sehr gut befahrbar! Das erste was ich an diesem Morgen dann beschloss und auch erfolgreich durchsetzte war ein Gruppenwechsel. Mit neuer Hoffnung widmete ich mich nun zusammen mit meinen Teamkollegen dem Techniktraining, bei dem ich erneut tolle Geschicklichkeitsübungen für zu Hause kennen lernte!! Viel zu schnell ging die Zeit an diesem Morgen herum! Nach dem Techniktraining konnten wir dann noch ein paar Runden auf der Bahn drehen, und ich genoss es, - bei mittlerweile tollen Sonnenschein - mich mit vollem Speed in die überhöhten Kurven der Bahn zu legen!!!!!!!!!!
Im Hotel angekommen gab es dann auch schon wieder Mittagessen. Jetzt zwang ich mich wieder zu einem Hauptgericht, denn heute Mittag sollte es noch ins Gelände gehen! Der Nachtisch überwog allerdings dann doch mengenmäßig (eine3 auf dem Tort-O-Meter)…oh da gab es noch viel Verbesserungspotential!!!!!!!!Endlich ging es zu meiner ersten richtigen Ausfahrt auf der grünen Insel!
Wir fuhren an diesem Tag nach Palmadula. Bei noch immer windigen Wetter, allerdings immer mal wieder mit Sonnenschein gesprickt machten wir uns an das gemeinsame Aufwärmen. Die Gruppen setzten sich an diesem Nachmittag irgendwie ganz individuell zusammen, und so begab ich mich mit Werner, Ilonka, Danuta, Uta, Charly und Kersten auf eine gemeinsame Runde, durch das so schöne Hobitland. Doch warum heißt das Hobitland eigentlich so?? Ich konnte mit dem Namen irgendwie nix anfangen…Tja das kommt davon, wenn man den Kinobesuch beim Film „Herr der Ringe“ schwänzt….Werner erklärte mir, dass die Gegend hier so schön aussehe, dass man permanent daran denke, es könnten kleine Drolle (Hobits) aus den Büschen springen, und im Nachhinein muss ich Werner echt recht geben, die Gegend hier hatte tatsächlich etwas geheimnisvolles an sich! Während sich der Anfang der Tour bedingt durch die Windböen recht anspruchsvoll gestaltete, und manch einen Briten ins Gebüsch verwehte, breitete sich bei mir eine riesige Abfahrtsangst aus! Gott sei Dank konnte ich mich im Laufe der Tour immer mehr mit dem hügeligen Gelände anfreunden und fuhr die ersten Abfahrten wenig später schon im Schuss herunter! Das war jetzt der Anfang einer großen Liebe zu schnellen Abfahrten! Die 180° Kurve im Hobbitgelände würde ich heute auch nicht mehr all zu vorsichtig angehen. Mit ein bisschen mehr Schwung darf es dann doch schon in die Kurve gehen, wenn da nur der starke Wind nicht wäre….! Die Stimmung bei uns im Zug, der wirklich unheimlich gut harmonierte, war unschlagbar. Unterwegs machte Sebi von uns sogar ein internes Alzenau-Home-Video, dass wir hoffentlich auf der DVD noch zu sehen bekommen.
Auch diese tolle Ausfahrt ging mal wieder viel zu schnell zu Ende! So wie an diesem Tag hatte ich mir den Aufenthalt vorgestellt, so und nicht anders, und es war einfach nur geschmeidig genial!!!!!!!Das Tort-O-Meter schlug mit einer 3 auf der Skala heute Abend nicht ganz so üppig aus. Dafür sollte man allerdings ein Wein-O-Meter einführen, denn Alexander und Annkathrin schafften es doch tatsächlich an einem Abend den gesamten Rotweinbestand zu entleeren. Das ist eine echte Glanzleistung!!!!!!!!! Da komme ich mit meinen Croissants und Torten bei weitem nicht hinterher!
Auf unserem heutigen Abendprogramm fand man einen Vortrag zum Training und Regeneration vor, der allerdings von unserer Gruppe nicht all zu üppig besucht wurde, da die meisten von uns es lieber vorzogen in einer großen Runde auf der Couch nahe der Bar zu sitzen um gemeinsam zu lachen und zu reden. Außerdem lag heute Abend eine ganz besondere Stimmung in der Luft, denn Werner feierte seinen Geburtstag und den damit verbundenen Einstieg in die AK50 ! Das war ein wirklich schönes Fest gewesen. Mit den Sofas aus der Bar haben wir uns in einen großen Kreis gesetzt, und richtig toll gefeiert.
Leider hatte ich aus welchem Grund auch immer (ich muss gestehen, ich weiß es nicht mehr!) das gemeinsame Kuchenessen verpasst! Aber die Kollegen hatten um meine Liebe für den Nachtisch gewusst und waren daher so nett gewesen, mir etwas aufzuheben.
An diesem Abend saß ich zusammen mit Anja und Charly auf einem der Sofas und wir hatten uns etwas gekappelt. Zu dumm, dass ich nicht auf einer anderen Couch saß, denn so kam es zu allem Überfluss zur Erfindung des Klingeltons, an dem unser Alexander wohl ganz besonderen Spaß entwickelte. Hätte Anja mich nicht aus versehen zum Spaß in die Seite gepiekt, und ich daraufhin nicht losgequiekt, wäre es nie so weit gekommen……! Zu dumm, dass dieses Missgeschick auf Sardinien die Runde machte. Noch am selben Abend jagte mich Sebi höchstpersönlich durch die Bar, um mein Geschrei zu hören! Ja wenn das nur mal alles gewesen wäre! Nach einer Weile setzte ich mich völlig erschöpft mit einem Sicherheitsabstand wieder zu den anderen auf die Couch.
Doch in Ruhe gelassen wurde ich nicht all zu lange. Kaum verschnauft, stürzte sich Alexander auf mich und attakierte mich. Zu allem Überfluss hatte er sein Handy auf Aufnahme gestellt, und speicherte erfolgreich mein Geschrei! Na was soll ich dazu noch sagen?! : Und fertig war der Klingelton!
Montag, 13-3-06, Extrafit auf dem Tort-O-Meter
Der wohl peinlichste Morgen auf der Insel… Schon beim Frühstück wurde ich etwas seltsam beäugt! Zu dumm dass ich genau an diesem Tag keinen Platz mehr bei meinen Teamkollegen am Tische fand, und ich mich an einen anderen mit völlig neuen Gesichtern setzten musste, die mich ganz vorsichtig fragten, ob ich etwa das schreiende Etwas gestern Abend gewesen wäre, dass es offensichtlich sogar geschafft hatte die Musik in einer benachbarten Discothek zu übertönen? Nein, ich war doch ganz harmlos, sehe ich etwa nach einem kleinen Schreihals aus?! Zu dumm dass ich noch an diesen Tisch mit einem Testpiekser in die Seite entlarvt und vom halben Frühstückssaal interessiert beäugt wurde. Ich hätte in diesem Moment im Erdboden versinken können! Schnell verschlang ich meine zwei Brötchen und drei Croissants (der Appetit war mir vergangen) und suchte das Weite, bevor noch andere an meinem Gequieke Gefallen fanden und mich um das Frühstücksbuffet jagten!
Nach dem Essen ging es dann vom Hotel aus Richtung Grotte, auf einen Berg, wo wir in das Sichere Abfahren eingeweiht wurden. Nach mehreren Bremsübungen und Abschwüngen ging es dann in der Gruppe schuss ab den Berg hinunter!
Einfach genial, ich konnte nicht genug davon bekommen! Meine Abfahrtsangst gehörte jetzt wirklich der Vergangenheit an, und ich genoss es mit 50km/h mir den Wind um die Nase wehen zu lassen. Die Fahrt nach Villanova/Thesi am nächsten Tag konnte kommen, ich war bereit dafür!
Zurück im Hotel gab es natürlich mal wieder was zu essen. Während der Nachtisch mich zur Mittagszeit so überhaupt nicht ansprang, und ich nur eine Mandarine aß, sollte ich noch an diesem Abend das Tort-0-Meter mit einem Ausschlag auf die 5 nun entgültig sprengen! Die Torte am Abend nannte sich Tiramisu, und ich liebe Tiramisu, und wenn ich etwas wirklich liebe, dann gute Nacht, das Blech war mein! Und so wanderte ich nach jedem Stück immer wieder zum Buffet! Gott sei Dank waren die von der Küche recht fleißig und füllten immer wieder auf! Kersten und Anja dokumentierten desweilen fleißig meine Nachtischeinfuhr indem sie unendlich viele Bilder schossen! Also wenn jemand diese Bilder sieht, denkt er bestimmt, ich hätte die ganze Zeit nichts anderes getan als gegessen, und das stimmt nicht! Bevor ich mir die 5 Schnitten Tiramisu überhaupt gönnen konnte, wurde ich im Nachmittagstraining auf der Kartbahn noch richtig gefordert! Das Techniktraining war sehr anspruchsvoll und ich konnte wieder mal viele tolle Übungen mit nach Hause nehmen! Das Training an diesem Nachmittag hat mich wirklich mal wieder ein stück weiter gebracht! Danke an Werner und Ilonka, dass beide sich im Winter um die Halle in Gelnhausen gekümmert haben, das Training war unerlässlich um auf der Kartbahn zu bestehen!!!! Natürlich konnten wir nach erfolgreichem Techniktraining auch im Gleichschritt gemeinsam über die Piste düsen! Unser Fotograf schoss dabei echt tolle Bilder!! Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto ging es dann leider wieder viel zu schnell Richtung Hotel! Also nach solch einem tollen Tag kann man sich dann doch auch mal 5 Schnitten Tiramisu gönnen, oder?!Am Abend wurde ich dann das erste Mal in die Welt des Salzatanzens eingewiesen. Mein Tanzpartner war ein recht hübscher Brite, mit dem ich den Abend über noch richtig viel Spass hatte! Endlich mal einer, der mich nicht permanent ärgerte!! So gegen 0:30 ging ich dann wieder völlig entkräftet zu Bett. (Ihr solltet wissen, diese Uhrzeiten sind für mich absolut unüblich, denn zu Hause liege ich durch den Schichtdienst bedingt schon so zwischen 20:00-21:00 Uhr im Bett und schlafe!)
Dienstag, 14-3-2006 Abfahrtgestählt
Endlich mal ausschlafen! Heute morgen hatten wir unseren freien Tag, und ihr könnt mir glauben, ich genoss es bis um 8:20 Uhr im Bett zu liegen und zu schlafen! Das war allerdings nach einem so langen Abend wie gestern auch dringend nötig! Heute ließ ich es recht locker laufen. Ich genoss das Frühstück, und machte mich in aller Ruhe fertig für das Teamtreffen mit kleiner Ausfahrt um 10:00Uhr- eben alles ganz geschmeidig! Gemeinsam mit den Teamern einem Briten und einem Mannheimer (unsere späteren Fotografen) ging es Richtung Grotte, wo wir gestern das Abfahren gelernt hatten. Auf der Leitplanke am Meer, wurden dann tolle Panoramabilder geschossen, ebenso auch auf den Abfahrten den Berg hinab! Die beiden Armen Fotografen mussten sich vor solch einer orangenen Wand schon irgendwie komisch vorkommen. Zurück zum Hotel ging es dann ganz gemütlich im Gleichschritt.
Eine kleine Gruppe entschied sich noch für eine Weiterfahrt Richtung Porto Conte, in der auch ich zu finden war. Der Asphalt auf diesem Weg war nicht besonders skaterfreundlich, und ich bereute es schon nach wenigen Kilometern, nicht mein mitgebrachtes Sofa an den Füßen zu haben! Über einen Buckel mit toller und schneller Abfahrt ging es dann Richtung Hafen. Es war eine sehr schöne Strecke direkt am Meer , wenn denn nur nicht der raue Asphalt wäre! Meine Füße taten nach dieser Ausfahrt das erste Mal weh und ich hatte irgendwie an meinem Vorfuß eine mir nicht nachvollziehbare Zerrung zugezogen! Echt ärgerlich! Nun denn so beschloss ich mit einem Tapestützverband und meinem Sofa bei der mittaglichen Bergtour an den Start zu gehen. Im Nachhinein die richtige Entscheidung!
Das Mittagessen fiel an diesem Nachmittag wegen der bevorstehenden Bergetappe nicht besonders üppig aus. Ein Salat und drei Kuchen mussten langen. Das Hauptgericht ließ ich aufgrund des hohen Ballastes, das ich nach dem Essen mit mir den Berg hätte hoch schleppen müssen, aus Sicherheitsgründen entfallen!Nach dem Mittagessen ging es gleich wieder los. Uns erwartete ein langer Aufstieg und eine rassante Abfahrt! Auf der Fahrt nach Thesi genoss ich die schöne Aussicht, und versuchte meine Muskeln etwas zu lockern, die von den letzten Tagen doch recht schwer geworden waren! Ich wusste, dass ich die Gruppe von Ilonka und Werner am Berg nicht halten konnte, wollte aber auf keinen Fall wieder wechseln. Kersten bot sich Gott sei Dank an, mit mir die Berge zu erklimmen, und so war ich während der langen Aufstiege nie alleine.
Obwohl ich total platt war, überraschte es mich, dass der Anstieg nur so kurz war! Ich rechnete mit einer Dauer von 1-1,5h, wir waren allerdings mit zwei kurzen Trinkpausen schon in 40min oben!!!!! Ich war richtig happy, diesen Berg erklommen zu haben! Ab jetzt hieß es mit Speed hinab, die Landschaft genießen und die Abfahrt zu kontrollieren. Ich bot mich gleich als einer der Ersten an, hinab zu gleiten. Den Berg hinunter schwingend, kontrollierte ich das Tempo. Das war auch gut so, denn auf der Hälfte der Strecke scheuchte ein Bauer gerade sein Vieh über die Straße und da war schnelles Bremsen gefragt. Gott sei Dank kein Problem. Ich blieb zusammen mit Werner auf der Strecke stehen und warnte die Herunterkommenden. Die meisten konnten rechtzeitig das Tempo herausnehmen, nur ein alter Engländer jagte unkontrolliert durch die Kuhherde!!! Nach ein bisschen Kühe streicheln ging es dann weiter Richtung Tal. Die zweite Hälfte fuhr ich komplett im Schuss und beschleunigte sogar noch in den Kurven und auf der Geraden! Ich glaube ich bin an diesem Tag mit Tempo 55 den Berg hinunter gedüst.
Herrlich, ich hätte gerade noch mal hochfahren können, um das Ganze zu wiederholen!!!!! Am Bus angekommen beschloss unsere Gruppe noch eine extra Runde zu drehen, und rollte geschmeidig hinunter zum See. Dort schossen wir noch ein paar Fotos; danach ging es dann leider wieder zum Bus! Schade, dass die Tour jetzt schon zu Ende war, nicht viel mehr als eine Stunde waren wir an diesem Tag unterwegs gewesen.Aber der Tag war noch lange nicht zu Ende, der sardische Abend lag noch vor uns. Dafür umgezogen hatten wir uns auf einer Wiese neben dem Bus. Nach einer kurzen Fahrt waren wir auch schon am Ort des Geschehens. Das heißt nicht ganz, denn das Lokal lag am oberen Ende des Berges, und der Bus schmiss uns schon am unteren Ende hinaus! Auch noch hoch laufen, eh, ich hatte doch heute schon wirklich genug Höhenmeter zurückgelegt! Na ja der Anstieg gestaltete sich im Nachhinein doch als recht angenehm, eher unangenehm war das Warten oben auf dem Berg vor verschlossener Türen, vor allem für die, die dringend auf Toilette mussten! Nach einer Weile wurden wir aber dann endlich hineingelassen. Unsere Gruppe stürmte die Tische und reservierte gleich mal 15 Plätze für alle, so dass wir wieder nett beisammen sitzen konnten! Es war richtig urig im Lokal, die Stimmung war super: es gab Lifemusik Sebi machte Videoaufnahmen und unser Fotograf schoss eifrig tolle Bilder! Auf das Essen mussten wir leider etwas warten, und so kam es dazu, dass die wenigen Brötchen und Käsehäppchen auf den Tischen recht schnell der Vergangenheit angehörten! Das Essen da oben war – als es denn dann kam - sehr gut! Es wurde zwischen Vegetarier und Allesfresser unterteilt, und es stellte sich heraus, dass unheimlich viele Alzenauer eher die grüne Mischung bevorzugte! Der Nachtisch dagegen war umso rarer, zwar auch lecker, aber ich bitte euch von einem Plätzchen wird man doch nicht satt, oder!? Das ist dann wohl mal eine 0 auf dem Tort-O-Meter!
Guido wies mich an diesem Abend recht erfolgreich in die Welt des Flirtens ein, und nach nicht all zu langer Zeit, Alexander hatte mich mal wieder geärgert, ergriff ich, nach einem Britischen Schutzangebot, die Flucht, und nistete mich recht erfolgreich bei den Briten ein, an denen ich dann meine Flirttipps von Guido wild ausprobierte – mit Erfolg, denn ich bekam gleich ein Angebot im Londonskatersspeedteam einzutreten, ein lukratives wie ich meine, dass ich nicht all zu leicht abschlagen sollte Um ca. 22:30 machten wir uns dann wieder auf den Heimweg- natürlich bleibe ich den Alzenauern erhalten, doch einen Besuch in London werde ich auf keinen Fall abschlagen!
Mittwoch, 15-3-2006 Viel Technik und schwere Beine
Der Mittwoch war mein Tag des körperlichen Tiefs! Die Tour nach Villanova lag mir noch schwer in den Beinen und so quälte ich mich mehr schlecht als recht aus dem Bett hinunter zum Frühstück! Ausgemerkelt von dem raren Nachtischbuffet am gestrigen Abend, zählte ich heute die Croissants heute morgen sichterheitshalber nicht! Es waren jedenfalls genug! Mit schweren Beinen ging es dann relativ zügig auch wieder zum Bus Richtung Gokartbahn zum Techniktraining. Nach zwei quälenden Runden auf dem Trak wurden langsam meine Muskeln warm und die Schmerzen ließen nach. Heute widmeten wir uns dem Kurvenfahren. Zu dumm dass ich heute morgen mal wieder am Buffet zugeschlagen hatte! So drehten die Croissants mit mir die Runden, und ich hatte es sehr schwer alle Übungen im Kreis ohne Übelkeitspause durchzuhalten! Um so dankbarer war ich für diverse Übungen auf der Geraden, oder beim gemeinsamen Fahren im Zug. Sehr margenschonend muss ich doch sagen! Auch diese zwei Stunden Training verflogen im Nu, und ruck zuck war wieder Essenszeit - heute mal mit Lunchpaket. Da mich die kalten vegetarischen Nudeln nicht all zu sehr anlachten zog ich das Pferd von hinten auf und begann - wie soll es auch anders sein - mit dem Nachtisch, der leider nur aus einem mageren Stück Schokokuchen bestand, das nicht wirklich satt machte! So entschied ich mich doch noch für die Nudeln. Das Obst und zwei Brötchen mit Tomaten - Mozarella aß ich natürlich auch, nur ein weiteres Brötchen und einziger Apfel blieb übrig (Den hob ich schon mal für meine Heimreise auf). Gut gestärkt ging es nach weiteren zwei Stunden Mittagspause wieder auf die Autobahn zur Videoanalyse. Diesmal gestaltete sich das Ganze sehr gut organisiert und wir konnten weitere zwei Stunden geschmeidig in einem gut funktionierenden Zug fahren. Begleitet von Rune und Sebi ging es wieder hinter das geniale Spiegelauto zur Analyse. Ich genoss diese Minuten mit Sebis Sofortkorrektur in vollen Zügen. Mit der Gruppe ging es nach erfolgreichem Abschluss danach wieder zurück zum Bus. Nur Werner und Ilonka und ein paar wenige andere hatten noch genug Kraft in den Beinen um eine weitere Runde zu drehen. Ich blieb am Bus zurück. Meine Beine waren schwer und müde. Ich musste meine Kräfte für morgen schonen.
Vor dem Bus verquatschte ich mich mit Anja aus Berlin. Wir redeten über den Sturz eines Briten, der es heute auf der Autobahn tatsächlich fertig brachte seine Schneidezähne in den sardinischen Asphalt einzubrennen! Tja da konnte ich als lernende Krankenschwester an der Seite einer Anästhesistin leider auch nicht all zu viel tun, der arme Tropf musste jedenfalls ins Krankenhaus, wo sie ihm die Platzwunde an der Lippe klammerten. Das war Gott sei Dank der einzige schwere Unfall in dieser Woche, der im Nachhinein auch noch ganz glimpflich ablief, da der Zahn nicht bis zu den Nervenbahnen hin abgebrochen war! Auf der Heimfahrt im Bus aß ich mein letztes Brötchen. Die anstrengende Fahrerei machte mich hungrig! Im Hotel gab es dann nach einer Stunde Zeit zum Duschen endlich das Abendessen. Mit einer 4 auf dem Tort-O-Meter lag ich ganz im Rahmen meiner Möglichkeiten! Gleich nach dem Essen ging es wieder in die Bar zum gemeinsamen Beisammensitzen. Der Abend endete für mich so gegen 22:30. Ich kapitulierte aufgrund der Müdigkeit heute als erste!
Donnerstag, 16-3-2006 Ungestürzt durch die traumhafte sardinische Landschaft
Dies war auch nun schon der letzte Tag auf der Insel - schade! Für mich sollte es aber der schönste werden! Heute ging es direkt vom Hotel aus nach Stintino. Der erste Teil der Strecke war – nach einem kleinen Hügel, auf dem ich mein erstes richtiges Abfahrtsvideo drehte - zwar flach, aber so rau, dass man von oben bis unten durchgerüttelt wurde. Wir fuhren in einem großen Zug angeführt von Werner und Ilonka. Das skaten war recht geschmeidig, wäre da nur nicht Sebi mit seiner Kamera… Jeder von uns wurde auf der Fahrt interviewed, bei mir allerdings sparte er sich die große Fragerei. Viel attraktiver aus Sebis Sicht war das Filmen des Klingeltones, und so wurde ich mal wieder geärgert! Na toll und das während des Skatens! Na Sebi hat vielleicht Nerven! Der arme Fahrer hinter mir, der hatte mehr Angst vor einem Sturz als vor meinem Geschrei!
Nach einer Weile geschmeidiger Fahrt kamen wir dann zu einer Senke! Sebi machte uns die Tage zuvor bereits im Bus schon mal auf diese Abfahrt aufmerksam und so wusste ich bestens um den Streckenverlauf bescheid. Ich ging als zweites auf die Abfahrt -natürlich mal wieder mit laufender Kamera- und beschloss das Ganze auch hier im Schuss zu fahren. Auf dem flachen Teilstück bis zur Kurve gab ich mächtig Gas, und lies es dann mal so richtig krachen! Ich weiß nicht wie schnell ich war, aber es war unheimlich genial! Schade nur, dass die Abfahrt so kurz war, denn schon auf der anderen Seite der Senke musste ich mich wieder den Berg hinaufquälen! Oben angekommen warteten wir bis die Gruppe wieder komplett war. Ab jetzt sollte es die nächsten Kilometer nur auf und ab gehen. Da ich kein besonders guter Kletterer bin, fuhr ich fast jede Abfahrt als erstes, und natürlich im Schuss, denn spätestens am Berg wurde ich von meiner Gruppe wieder eingeholt.
Es dauerte nicht all zu lange und der Weg führte wieder durch das tolle Hobitland! Ich genoss die hügelige Straße und flog die Berge hoch und runter. Das fahren im Zug, wurde auf dieser Strecke nicht mehr wirklich richtig umgesetzt. Es bildeten sich dafür mehrere kleine Grüppchen, die gut zusammen fahren konnten. Erst als wir den Hobitweg passiert hatten, schlossen wir uns wieder zu einem großen Zug zusammen.Irgendwie fühlte ich mich plötzlich fit, und spurtete nach vorne. Was ich nicht wusste, in meinem Schlepptau hatte ich Jutta, die offensichtlich sehr gut mit meinem Schritt zurecht kam (na ja wir hatten ja auch den gleichen Stockmaß und damit auch die gleichen kurzen Beine) So zogen wir beide in tiefer Position im rasanten Tempo an Werners Gruppe vorüber. Im Gleichschritt ging es über den Asphalt. Es dauerte nicht lange und die erste 90° Kurve lag vor uns. Da wir die Straße gut einsehen konnten, fuhren wir ohne zu Bremsen hindurch. Der viele Schotter auf der Straße schien Jutta mal überhaupt nicht zu stören, während ich plötzlich richtig Schiss bekam.
„Nicht bremsen, durchfahren“, schrie Jutta, und so donnerten wir gemeinsam durch die Kurve. Auf der Geraden gaben wir wieder mächtig Gas. Unser Zug lag bereits weit zurück. Mit Tempo 35-40 rasten wir auf eine weitere Abfahrt zu.
Zu dumm dass diese Abfahrt aus einer S-Kurve bestand und unten ein Bus quer auf der Straße stand. Mir rutschte das Herz förmlich in die Hose. Ich bremste aus Angst! Jutta aber schrie: “Nicht bremsen, lass es rollen“ „Ja aber da unten steht ein Bus quer!“ „Egal der fährt schon weg!“ Na Jutta hatte Nerven. So ließen wir beide es rollen und kurz bevor wir auf den Bus trafen, setzte sich dieser in Bewegung und machte für uns die Straße frei!
Ihr könnt ja nicht glauben wie froh ich war, dass der dämliche Bus endlich zur Seite fuhr! Was für ein Nervenkitzel, und das bei fast 60km/h!!!!!!!!!
Unten angekommen wartete auch schon die Picknickpause! Ich holte mein Lunchpaket vom Bus ab und setzte mich zu meinen Teamkollegen. Wenig später kam Werner vorbei, und erzählte etwas von einem Zwergenaufstand! Na das hatte ich mal überhört! Offensichtlich war unsere Attacke recht eindrucksvoll gewesen, denn absolut synchron und uneinholbar zogen wir beiden kleinen den Anderen davon. Zu Schade, dass ich das nicht gesehen hatte! Nun ich glaube das war der Beginn einer tollen Freundschaft mit Jutta!Nachdem ich auf der Wiese mein Lunchpaket verschlungen hatte, fiel ich nach recht kurzer Zeit neben Kersten auf einer mitgebrachten Hoteldecke in einen erholsamen Mittagsschlaf. Ich muss gestehen, die Woche lag mir schon ganz schön in den Knochen, auch wenn ich das nach außen hin nicht zu zeigen versuchte! Etwas verpennt, ging es schon nach 2h Mittagspause wieder auf die Skates.Jutta und ich fuhren das zweite Teilstück komplett zusammen. Gott sei Dank ging es nach Stintino jetzt stetig leicht bergab, und wir konnten es hinter Rune gelassen rollen lassen. Der Blick auf Stintino war famos! Wir rollten an der Küste entlang, mit einem traumhaften Blick auf den kleinen Ort und das weite Meer! Ich genoss diese Tour in vollen Zügen. Im Ort selbst ging es dann noch mal mächtig einen Buckel hoch! Ich war ganz schön am Kämpfen.
Jutta übernahm das Tempo und ich schaffte es irgendwie an ihr dran zu bleiben. Oben angekommen war ich richtig kaputt! Der tolle Blick auf das Meer entschädigte aber alle Strapazen! Hinunter flitzten Jutta und ich wieder im geübten Gleichschritt. Unten direkt am Meer angekommen wartete der Bus schon auf uns. Wir zogen uns um und gingen hinunter zum Strand, der an die Karibik erinnerte. Oh was war ich froh, von diversen Wasserwerfattacken verschont geblieben zu sein! Nach ein paar Fotos, und einem großen Gruppenbild im Expert T-Shirt ging es dann leider wieder Richtung Hotel. Für mich war es mit Abstand die allerschönste Ausfahrt gewesen!
Das letzte Abendessen: Ich gab noch mal alles. Mit einer 4 auf dem Tort-O-Meter stürmte ich das Nachtischbuffet. Die Küche hatte an diesem Abend alle Hände voll zu tun, um uns mit den guten Köstlichkeiten zu versorgen! Die wilde Meute lag permanent auf der Lauer! Als wir dann das erste Blech erfolgreich weggeputzt hatten, und ein Koch aus der Küche für Nachschub sorgte, stürmten die Briten und ich das Buffet! Ha und ich war schneller gewesen. Übung macht den Meister!!! Also eins kann ich euch sagen, den guten Kuchen, den werde ich vermissen!
Nach dem Essen ging es dann wieder in die Bar zur Abschiedsparty. Der Abend war wunderbar. Wir saßen wieder beisammen und redeten über die vergangenen Tage. Geärgert wurde ich heute zum Glück nicht so dolle! Viel zu schnell neigte sich auch dieser Tag dem Ende zu. So gegen 0:00 Uhr verlies ich die Bar, um mich dem dämlichen Kofferpacken zu widmen. Nach ca. 2h ein und wieder auspacken war ich endlich fertig. Irgendwie schien mein Koffer jetzt voller als bei der Anreise. Irgendwie seltsam. Na gut, was solls?! Fix und alle legte ich mich nach dem Packen zur bereits schlafenden Gabi ins Bett.
Freitag, 17-3-2006 Abreisetag
So das wars auch schon, die Woche ist zu Ende, und ich muss zusammen mit den Münchnern und den Briten um 9:00 Uhr direkt nach dem Frühstück die Heimreise antreten. Zu dumm, dass wir schon so früh abfahren mussten. Ich hatte gehofft mit unserer Gruppe noch mal nach Porto Conte zu fahren, doch das mussten sie jetzt leider ohne mich! Auf dem Flughafen warteten 4h Aufenthalt auf uns und meine Stimmung sank auf den Nullpunkt. Da halfen noch nicht mal mehr 5 Croissants! Na gut, Kersten sagte mir, dass wir das Beste daraus machen müssten, und versuchte mich so etwas aufzumuntern, dass allerdings nicht so ganz gelingen sollte. Auf der Fahrt zum Flughafen setzte ich mich zusammen mit Uta zu Ray, einen der Briten. Wir hatten uns in den letzten Tagen sehr gut angefreundet, und es tat gut mein Englisch mal wieder aufzubessern. Ray empfahl uns den Londonmarathon im Sommer und bot mir auch gleich ein Zimmer an, ich denke ich werde das Angebot annehmen! Auf dem Flughafen trennten sich dann unsere Wege. Während die Briten gleich einchecken und relativ zügig abfliegen konnten, mussten wir noch lange warten. Gott sei Dank war das Wetter wunderbar, und es gab vor dem Flughafen auch eine kleine Grünanlage, die auch recht zügig von uns Münchnern gestürmt wurde. So lagen wir dann ganze 2,5h auf der Wiese und ließen es uns noch mal gut gehen. Zwischen lesen, sonnen und Pizza essen, wagte ich noch ein letztes Mal eine Runde auf Skates zu drehen. So flitzte ich durch die Parkbuchten des Flughafens immer auf der Hut vor der Polizei. Die Zeit ging für mich so doch überraschend schnell vorüber und meine Stimmung hob sich wieder. Beim Einchecken musste ich noch mal kurz zittern, da ich fest davon überzeugt war, dass mein Gepäck nun mehr wog als vorher. Als ich dann an der Reihe war und mein Koffer auf die Wage stellte ließ ich vor Erleichterung erst mal einen Jubelschrei los. 20,0 Kg! Das nenn ich Maßarbeit!!
Den Flug eine Stunde später verschlief ich inclusive Landung. Diese plötzliche Müdigkeit überraschte mich allerdings nicht. Nach solch einer anstrengenden Woche!!
Auf dem Weg zum Bahnhof in München beschloss ich mich von der Gruppe zu trennen und einen Zug früher zu nehmen. Gegen den Rat aller und mit dem Risiko die ganze Fahrt über stehen zu müssen, setzte ich mich durch und spurtete alleine aus der S-Bahn zu meinem Zug, der nur wenige Minuten später schon vom Gleis rollte. Ich erzählte einem Bahnbeamten mein Anliegen, und er war so freundlich und zeigte mir einen Waggon mit freier Platzwahl. Dort angekommen musste ich bis zur nächsten Haltestelle stehen, dann verließen die ersten Gäste den Waggon und ich hatte einen tollen Sitzplatz mit der Möglichkeit die Füße auszustrecken. Nachdem ich meine Mutter über die Ankunftszeit und den -ort informiert hatte, las ich noch ein bisschen in der SkateIn um danach meiner Sitznachbarin von meinem tollen Urlaub zu erzählen.
Meine Nachbarn wechselten an diesem Abend noch dreimal, und so wurde mir beim erzählen auch nicht langweilig. Um 22:30 holte mich dann meine Mutter vom Bahnhof ab, und ich redete gerade weiter. Zu Hause angekommen war ich überhaupt nicht mehr müde, und so erfuhr auch mein Vater von den Highlights der Woche. Gegen 23:30 rief ich Kersten noch an, und berichtete ihm vor meiner geglückten Ankunft. Sie waren in diesem Moment kurz vor Frankfurt gewesen. Danach fiel ich völlig erschöpft ins Bett! 13,5h Heimreise von einer Insel die wirklich nicht weit weg ist, hinterlässt halt doch so ihre Spuren. Ich bin im Nachhinein froh, mich von der Gruppe abgeseilt zu haben, denn ihr müsst verstehen, ganze fünf Stunden später musste ich wieder auf der Arbeit in einem Darmstädter Altenheim erscheinen!!
Nachwort
Ich muss euch noch etwas gestehen: Nachdem Werner mich im Hotel à la Vater-Tochter Manier zu sich auf den Schoß holte, um mir das Berichteschreiben anzudrehen, ärgerte ich mich fast ein wenig nach der Zusage. Ach wieder was aufs Auge gedrückt bekommen, aber na ja gut, eine Absage war irgendwie nicht drin, und Werner wollte ich auch nicht enttäuschen! Jetzt im Nachhinein bin ich sehr froh um diese Aufgabe! Jedes mal nach dem Skaten setze ich mich hier an meinen PC und ließ meinen Gedanken und Erinnerungen freien Lauf, inspiriert von den vorherig gedrehten Runden hier im kalten und windigen Deutschland. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese Zeilen zu verfassen, und ich hoffe sehr, ihr habt ebenso viel Spaß gehabt, diese Zeilen zu lesen, die ich mit sehr sehr viel Liebe für euch geschrieben habe.
An dieser Stelle möchte ich allen Teamern für die tolle Woche auf der Insel danken. Ihr habt mich super eingebunden, und ein großes Stück dazu beigetragen, meine Abfahrtsangst auf Null zu reduzieren! Danke für diese tollen gemeinsamen Tage auf der Insel. Ich sage zum Schluss nur noch eins: 2008 bin ich wieder dabei! VERSPROCHEN!!!

